Georg Metzger, Mitarbeiter des ZEW Mannheim im Forschungsbereich Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung, erfasst auf Karten von GfK GeoMarketing die regionale Verteilung von Firmenneugründungen im Hightech-Bereich.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist ein gemeinnütziges wirtschaftswissenschaftliches Forschungsinstitut, das 1990 auf Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, der Wirtschaft des Landes und der Universität Mannheim gegründet wurde. Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Seine zentralen Aufgaben sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung sowie der Wissenstransfer.
Stellvertretend für die Vielzahl der vom ZEW bereitgestellten aktuellen Informationen sei hier nur der ZEW-Gründungsreport genannt. Im ZEW-Gründungsreport wird halbjährlich über das Gründungsgeschehen in Deutschland berichtet und es werden neue Ergebnisse des ZEW zur Gründungsforschung vorgestellt. Um die regionalen Unterschiede beim Gründungsgeschehen zu veranschaulichen, wird am ZEW regelmäßig Kartenmaterial von GfK GeoMarketing eingesetzt. Mit Hilfe der kartografischen Darstellung lassen sich regionale Unterschiede im Gründungsaufkommen aussagekräftig und eindrucksvoll aufbereiten.
Die Kartendarstellungen kamen auch bei der neuesten Studie des ZEW „Hightech-Gründungen in Deutschland“ zum Einsatz. Die Studie wurde vom ZEW im Auftrag des Wirtschaftsmagazins „impulse“ und der Microsoft Deutschland GmbH durchgeführt. Ein Teil der Untersuchung befasste sich mit der Entwicklung der Gründungstätigkeit in technologie- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen im Zeitraum von 1995 bis 2005, wobei auch die regionale Verteilung der neuen Unternehmen betrachtet wurde.
Das Gründungsgeschehen in Deutschland verteilt sich regional sehr unterschiedlich. Insbesondere in den Hightech-Sektoren gibt es so genannte Cluster-Bildungen, d.h. eine Konzentration von Unternehmensgründungen in bestimmten Regionen. Cluster bilden sich häufig in Agglomerationsräumen, die Standort von Großunternehmen sind und somit die Ansiedlung von Zulieferbetrieben begünstigen. Eine besonders hohe Konzentration von technologieorientierten Unternehmensgründungen ist in den Regionen Hamburg, Berlin, Rhein/Ruhr, Rhein/Main, Rhein/Neckar, Stuttgart und München zu beobachten.
Die Betrachtung des Gründungsgeschehens anhand der absoluten Anzahl der Gründungen vernachlässigt, dass in den dargestellten Clustern gewöhnlich auch das Gründungspotenzial höher ist, weil dort mehr Menschen leben und arbeiten. Um von der Bevölkerungsgröße zu abstrahieren, muss deshalb ein normiertes Maß der Gründungstätigkeit herangezogen werden. Die Gründungsintensität (Unternehmensgründungen je 10.000 Erwerbsfähige) ist ein solcher Indikator. Sie erlaubt den Vergleich des regionalen Gründungsaufkommens unabhängig von der Anzahl potenzieller Gründer in einer Region und ist ein Maß für die Gründungsneigung in der Bevölkerung. Bei der Betrachtung der technologie- und wissensintensiven Wirtschaftszweige zeigt sich ein Süd/Nord-Gefälle sowie ein West/Ost-Gefälle. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Werte aller Hightech-Bereiche überdurchschnittlich hoch. Mit Ausnahme der hochwertigen Technik gilt dies auch für Hessen und im Hinblick auf die technologieintensiven Sektoren des verarbeitenden Gewerbes ebenfalls für Thüringen. Unterdurchschnittliche Gründungsintensitäten im Hightech-Sektor verzeichnen vor allem Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
Wie ein Vergleich der Abbildungen zeigt, sind Regionen mit hohen Gründungsintensitäten nicht unbedingt identisch mit Regionen, die eine hohe absolute Anzahl an Gründungen aufweisen. Werden Intensitäten anstelle der Anzahl an Gründungen in einer Region betrachtet, treten in der Spitzentechnik zum Beispiel Berlin oder die Kreise von Rhein/Ruhr weniger deutlich als Cluster hervor. In der Bodenseeregion oder in der Technologieregion Karlsruhe im Südwesten Deutschlands ist hingegen eine weit überdurchschnittliche Gründungsintensität vorzufinden. Für den Bereich der hochwertigen Technik gilt Ähnliches.
