Die Weltfinanzkrise schnitt tief in die bis vor zwei Jahren europaweit am schnellsten wachsende Volkswirtschaft ein. Die Erschütterung des Finanzsystems führte zu schrumpfender Produktion und verdreifachten Arbeitslosenzahlen. Dementsprechend verringerte sich die Kaufkraft je Einwohner von 6.211 Euro in 2008 auf 4.505 Euro für 2009.
Die regionale Verteilung der Kaufkraft bleibt davon aber im Wesentlichen unberührt. Riga, das Finanz- und Produktionszentrum Lettlands, belegt mit 121,7 Indexpunkten die Spitzenstellung. Verglichen mit dem Stadtkreis München, der die gleiche Einwohner-Größenordnung hat (ca. 700.000) und eine vergleichbar bedeutende wirtschaftliche Rolle spielt, leben die Bewohner der Hauptstadt Lettlands aber mit nur einem Fünftel der durchschnittlichen Münchener Kaufkraft. Um die Hauptstadt Riga herum liegt ein Gürtel aus wohlhabenden Kreisen, die von der Nähe zur Hauptstadt profitieren.
Die östlichen Regionen des Landes, insbesondere ländlicher Prägung, haben hingegen ein geringes verfügbares Pro-Kopf-Einkommen, das im Schnitt bei nur 70 Prozent des Landesdurchschnitts liegt. Die westlichen und nordwestlichen Gebiete sind besser gestellt, einige davon sogar überdurchschnittlich. So weist beispielsweise der Industriestandort Valmiera einen Indexwert von 109,4 auf.
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