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ZEW-Studie zur Leistungsfähigkeit europäischer Metropolregionen

In einer Studie untersuchte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die ökonomische Leistungsfähigkeit der Rhein-Neckar-Region im Vergleich zu ausgewählten europäischen Metropolregionen. GfK GeoMarketing stellte die Daten als Basis der empirischen Analysen.

Die zunehmende Globalisierung hat in den letzten Jahren zu einem wachsenden Standortwettbewerb geführt, der regionale Wirtschaftsräume vor erhebliche Herausforderungen stellt. In einer Studie für die BASF AG hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, die Innovations- und Wachstumspotenziale von insgesamt 15 vergleichbaren europäischen Metropolregionen untersucht. Ziel der Studie war es, insbesondere die ökonomische Leistungsfähigkeit der Metropolregion Rhein-Neckar sowie deren Zukunftschancen mit den ausgewählten Wettbewerbsregionen hinsichtlich einer Vielzahl von Indikatoren zu vergleichen.

Das methodische Vorgehen forderte zur Vergleichbarkeit der Regionen eine Auswahl verwandter Metropolregionen, sowohl aus siedlungstypologischer als auch aus wirtschaftsstruktureller Perspektive. Dies führte zum Ausschluss besonders dynamischer Wirtschaftsmetropolen mit Hauptstadtfunktion wie beispielsweise Berlin, London oder Paris.

Die zentralen Indikatoren der Studie decken dabei drei wesentliche Teilbereiche ökonomischer Prosperität ab. Auf dieser Basis sind sowohl Aussagen über die Wirtschaftskraft als auch über die relative Dynamik der betrachteten Regionen und das endogene Potenzial hinsichtlich zukünftiger Chancen und Möglichkeiten möglich.

Wirtschaftskraft und ökonomische LeistungsfähigkeitRelative DynamikZukünftige Chancen und Möglichkeiten
  • BIP pro Kopf
  • Einkommen pro Einwohner
  • Arbeitslosenquote
  • BIP-Dienstleistungsanteil
  • Beschäftigungsanteil in F&E-intensiven Sektoren
  • BIP-Wachstum
  • Gründungsanteil in F&E-intensiven Sektoren
  • Patente pro Erwerbsperson
  • privatwirtschaftliche   Forschungsausgaben
  • Öffentliche Forschung/  BIP
  • Studierende pro 1.000 Einwohner

Überblick zu den Indikatoren

Der Vergleich der Metropolregion Rhein-Neckar mit den anderen deutschen Metropolregionen zeigt, dass ihr in Bezug auf die Indikatoren der Wirtschaftskraft und ökonomischen Leistungsfähigkeit weder eine führende noch eine besonders schlechte Position zukommt. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre zeigt indes deutliche Wachstumsvorsprünge – so gehört die Rhein-Neckar Region zu den wachstumsstärksten der in dieser Studie untersuchten deutschen Regionen. Insbesondere bei den endogenen Potenzialen weist die Region Rhein-Neckar deutliche Vorsprünge auf, so dass unter den gegenwärtigen Bedingungen die zukünftigen Chancen und Möglichkeiten in einer wissensbasierten Wirtschaft als vorteilhaft eingeschätzt werden können. Vornehmlich im Bereich der öffentlichen Forschung kommt der Region hinsichtlich der Präsenz einer Vielzahl von Wissenschaftseinrichtungen eine Führungsposition zu. Indes zeigen sich auch hier Schwachstellen, vor allem im Kontext der Forschungskompetenzen in den technischen Disziplinen.
Im Vergleich zu den nicht-deutschen Metropolregionen ist eine Dominanz des Bereichs der öffentlichen Forschung in der Rhein-Neckar Region ebenfalls festzustellen. Beim BIP-Wachstum und den Forschungsaufwendungen der Unternehmen kann die Region indes ihre Führungsposition nicht verteidigen. Allerdings ist die Position der Region Rhein-Neckar bei der Anmeldung von Patenten weiterhin sehr gut zu bewerten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Rhein-Neckar Region im Vergleich zu den ausgewählten europäischen Metropolregionen im Wesentlichen sehr gut abschneidet. Unterdessen bleibt zu berücksichtigen, dass im Rahmen einer Einbeziehung der Hauptstadtregionen eine Relativierung unausweichlich ist. Gleichwohl zeigt die Studie Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Standortbedingungen auf. Schließlich erlauben die identifizierten Indikatoren die Ableitung zahlreicher Handlungsoptionen für eine erfolgreiche Standortpolitik.

Autoren:
Dr. Christoph Grimpe - ZEWMarc Scheufen - ZEW

Dr. Christoph Grimpe, Marc Scheufen

Die Studie ist im Nomos-Verlag erschienen und kann über den Buchhandel bezogen werden:
Die Rhein-Neckar-Region im Vergleich zu ausgewählten deutschen und europäischen Metropolregionen. Von Dipl.-Vw. Jürgen Egeln, Dr. Christoph Grimpe, Dr. Oliver Heneric, Dr. Michaela Niefert, Dipl.-Hdl. Thomas Eckert und Dipl.-Geograph Rüdiger Meng 2008, ca. 200 S., ISBN 978-3-8329-3997-7 (ZEW Wirtschaftsanalysen - Schriftenreihe des ZEW).