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"All risk is local": Auch Versicherungsrisiken haben immer einen Ortsbezug

CRESTA ist eine Non-Profit-Organisation, die 1977 von Vertretern der Rückversicherungsbranche gegründet wurde, um einen Branchenstandard für den Austausch von ortsbezogenen Informationen zu schaffen. GfK GeoMarketing ist seit 2001 der offizielle Lieferant der digitalen Karten zu den weltweiten CRESTA-Zonen. Interview mit Christina Schlenther (Swiss Re).

Was sind die wichtigsten Aufgaben von CRESTA?

CRESTA liefert einen weltweit anerkannten Zonierungsstandard für die Versicherungsindustrie und stellt somit eine einheitliche räumliche Basis für den Austausch von aggregierten Versicherungsdaten zur Verfügung. Dadurch wird der Austausch der Versicherungsinformationen zwischen Erst- und Rückversicherern effizient und akkurat gestaltet.

Der Trend geht hin zu immer höher aufgelösten räumlichen Informationen. Für die Versicherungen sind hochaufgelöste Postleitzahlen ideal, da diese in der Regel in den Märkten gut bekannt und jedermann zugänglich sind. Zudem lassen sich PLZ-Zonen einfach weiter aggregieren, sofern weniger Zonen pro Land benötigt werden.

Welche Kartenmerkmale sind besonders wichtig für die Anwendungsbereiche?

Für CRESTA spielt die Datenqualität eine herausragende Rolle. Die Geometriedaten müssen weltweit verfüg-bar sein und dürfen keine Lücken und Überlappungen aufweisen. Und genau diese Qualitätsmerkmale und Abdeckung bieten die Karten von GfK GeoMarketing!

Es soll in 2012 ja eine Anpassung der CRESTA-Zonen geben - wie genau sieht diese aus?

CRESTA will mit dieser Überarbeitung weg kommen von den teils 30 Jahre und älteren Zonen, die oft noch manuell und gefährdungsabhängig erstellt wurden und nun bei jedem Update mühsam nachdigitalisiert werden müssen. Die neuen CRESTA-Zonen werden auf administrativen und postalischen Einheiten basieren, da diese in der Regel gut bekannt und verfügbar sind. Die zukünftigen Zonen werden komplett gefahrenunabhängig definiert sein. Zudem werden zwei Auflösungsstufen angeboten, um möglichst gut die Bedürfnisse der Nutzer abzudecken: Hohe Auflösung als Input für die Prämienberechnungsmodelle und niedrigere Auflösung für das Risikomanagement und Reportingaufgaben. Eine detaillierte Übersicht der geplanten Änderungen ist einsehbar unter www.cresta.org/index.php/zone-changes

Wir freuen uns natürlich, schon seit 10 Jahren und auch weiterhin der offizielle CRESTA-Kartenlieferant zu sein! Welche Entwicklungen sind für die Rückversicherer in nächster Zeit besonders wichtig?

In Bezug auf die benötigten geographischen Grundlagendaten geht der Trend ganz klar in Richtung hochaufgelöste Daten, bis hin zu koordinatengenauen Angaben. Die Datenqualität der zugrunde liegenden Karten und Geodaten spielt dabei weiterhin eine Hauptrolle.

CRESTA

CRESTACRESTA steht für "Catastrophe Risk Evaluating and Standardizing Target Accumulations" und ist sowohl der Name des Standards als auch der Organisation. CRESTA-Zonen dienen Versicherern und Rückversicherern dazu, auf einheitlicher Basis aggregierte, versicherungsrelevante Informationen auszutauschen. Mehr unter  www.cresta.org

Christina Schlenther

Christina Schlenther, CRESTAChristina Schlenther ist seit 2006 für die Leitung des CRESTA-Sekretariats bei der Swiss Re zuständig. Im Laufe ihrer Amtszeit wurde die Überarbeitung der CRESTA-Zonen beschlossen und die Implementierung für 2012 vorbereitet. Die Swiss Re wechselt sich beim Betreiben des CRESTA-Sekretariats mit der Munich Re ab.