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GfK POS-Umsatz 2010: Hohes Potenzial für Mittelstädte

Dem Einzelhandel kann es 2010 gelingen, trotz Finanzkrise stabile Umsätze zu erwirtschaften. Dies zeigt die neue Studie zum GfK POS-Umsatz 2010. Der Umsatz wird im stationären deutschen Einzelhandel ein Volumen von rund 388,1 Mrd. Euro erreichen. Neben Großstädten profitieren v.a. die Mittelzentren mit 50-100.000 Einwohnern.

GfK POS-Umsatz 2010 - GfK GeoMarketingNach Berechnungen von GfK GeoMarketing wird der Umsatz 2010 im stationären deutschen Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr leicht sinken und ein Volumen von 388,1 Mrd. Euro erreichen. Die Studie „GfK POS Umsatz 2010“ prognostiziert die Umsätze am Ort des Verkaufs (Engl. = Point of Sale, POS) und ist in der Filialnetz- und Expansionsplanung sowie im Controlling eine wichtige Messgröße für Einzelhandels-Unternehmen.

Olaf Petersen, GfK-Einzelhandelsexperte und Mitglied im Rat der Immobilienweisen der Immobilien-Zeitung und des ZIA, präsentierte einige der Ergebnisse der Studie auf dem Handelsimmobiliengipfel in Wiesbaden. Er sieht trotz Wirtschaftskrise positive Entwicklungschancen für den Einzelhandel: „Trotz der bestehenden Wirtschaftskrise, die in 2010 vermehrt bei den Verbrauchern ankommt: Der deutsche Konsument agiert traditionell relativ sparsam. Insofern kann die Wirtschaftskrise hierzulande dem Konsum weniger anhaben, da die Menschen ohnehin schon nicht zu Käufen über ihre Verhältnisse neigten, die jetzt im europäischen Umfeld wie etwa in Spanien oder Großbritannien wegbrechen.“

Auch angesichts der voraussichtlich geringen Inflationsrate könnten die Einzelhändler also trotz des derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in 2010 noch passable Ergebnisse erzielen. Besondere Wachstumschancen sieht Petersen für viele Mittelzentren, die eine immer wichtigere Rolle im Konsumverhalten der Bevölkerung einnehmen: „Dank ihrer relativen Nähe bieten Mittelzentren bei guter verkehrstechnischer Erreichbarkeit eine attraktive Mischung aus Anbietern von Nahversorgung und einem Hauch von überregionalem Flair, was sich in weit überdurchschnittlichen Einzelhandelsumsätzen niederschlägt. Im Gegensatz zu anderen Städtegrößenklassen funktioniert dieses Anziehungsprinzip bei Mittelzentren in Ost und West vergleichbar gut.“

Masse macht Umsatz

Olaf Petersen - GfK GeoMarketingDie nach Umsatzvolumen führenden Standorte sind zumeist ein direktes Abbild der Einwohnerzahlen: Je größer eine Stadt und ihr Einzugsgebiet, desto mehr Umsatz. Betrachtet man also die absoluten POS-Umsätze auf Kreisebene, so liegen erwartungsgemäß die großen Metropolen an der Spitze. Neben den Großstädten schaffen es nur sieben – einwohnerstarke – Landkreise in die TOP 20. Diese vereinen mit 92,7 Mrd. Euro bereits fast ein Viertel des gesamten POS-Umsatzes in Deutschland auf sich.

Mittelstädte punkten mit Erreichbarkeit und Angebot – auch im Osten

Neben der Betrachtung des gesamten Umsatzvolumens eines Standortes ist für Einzelhändler ebenso entscheidend, ob es einem Standort gelingt, mehr Umsatz anzuziehen, als Kaufkraft vor Ort vorhanden ist. Erstellt man also ein relatives Ranking, indem man den Umsätzen die Anzahl der Einwohner entgegenstellt, so erhält man eine völlig andere Reihenfolge. Ganz vorne liegen nun eher kleinere Städte, vor allem aus Bayern, die aufgrund ihrer Zentrenfunktion für das Umland deutlich überdurchschnittliche Einzelhandelsumsätze erzielen. Auch der „Erfolg“ der einwohnerstarken Kreise relativiert sich dadurch teils erheblich.

Wenn man die Gemeinden Deutschlands nach Städtegrößenklassen gliedert, treten weitere Strukturunterschiede zutage, die für den Erfolg von Einzelhandels-unternehmungen entscheidend sind. So zeigt sich, dass es nicht die größten Städte sind, die im Verhältnis den meisten Umsatz generieren: In den Gemeinden mit mehr als 300.000 Einwohnern wird im Schnitt je Einwohner ein Umsatz erzielt, der „nur“ 20,4 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Damit wird diese Städtegrößenklasse geschlagen von den Städten zwischen 100.000 und 300.000 Einwohnern, die 26,9 Prozent über dem Durchschnitt liegen. Bemerkenswert ist auch der Erfolg der Mittelzentren mit 50-100.000 Einwohnern: Dort wird 20,8 Prozent mehr Umsatz je Einwohner generiert als im Bundesdurchschnitt.

Diese Klassifizierung differenzierte Olaf Petersen weiter in einem Ost-West-Vergleich: „Es zeigt sich, dass im Vergleich der Städtegrößenklassen durchweg die westdeutschen Städte bessere relative Umsätze erzielen als die ostdeutschen. Trotz der wirtschaftlichen Angleichung in den letzten Jahren spiegeln sich hierin vor allem die noch bestehenden Kaufkraftunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland wider. Zudem ist auch die urbane Struktur im Osten zu berücksichtigen, die wesentlich weniger dicht ist als im Westen Deutschlands: Es gibt dort schlicht weniger Großstädte und Mittelzentren. Den 17 Metropolen mit mehr als 300.000 Einwohnern im Westen stehen beispielsweise nur drei im Osten gegenüber.“

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